10 Tipps für einen insektenfreundlichen Garten – von einfach bis mittelschwer!

Nach unserer Veranstaltung mit Markus Gastl im März 2019 haben wir mächtig Ideen umgesetzt. Heute stellt euch unsere Vorstandssprecherin Doris ihre Tipps vor:

Tipp 1: Umgedrehte Tontöpfe

Umgedrehte Tontöpfe mit Holzwolle füllen und auf im Garten vorhandene Rankhilfen setzen.

Sieht interessant aus und ist für viele Insekten ein beliebter Aufenthaltsort. Bevorzugt der Ohrwurm, der ein Allesfresser ist und als Nützling gilt, liebt diese Behältnisse. Er ernährt sich gerne von Blattläusen. 

Wer´s farblich will, kann sich natürlich austoben!

Tipp 2: Alte Dachziegel

Alte Dachziegel kann man super zu einer Trockenmauer aufschichten. Die Ziegel speichern die Wärme und in den Zwischenräumen finden viele Insekten Platz.

Natürlich kann man auch einige der Zwischenräume mit Erde auffüllen und mit Sedum bewachsen lassen. Dekorativ ist es so oder so!

Tipp 3: Insektenhotel

Insekten bevorzugen warme Sonnenstrahlen. Deshalb sollte das Insektenhotel in südlicher Ausrichtung aufgestellt werden. Im besten Fall mit durchgängig Sonne.

Wir Menschen mieten auch lieber eine Unterkunft mit Frühstück, richtig? So geht es auch den Gästen des Insektenhotels. In unmittelbarer Nähe sollten also ausreichend blütenreiche Pflanzen blühen, damit genügend Nektar und Pollen zur Nahrungsaufnahme vorhanden sind. 

Marienkäfer (es gibt übrigens über 70 Arten davon in Deutschland), Florfliegen, Wildbienen, Ohrwürmer und vieles mehr, wird hier Einzug halten! 

Selbst gebaut und gut angenommen! Deutlich zu sehen die besetzten Bohrlöcher!

Tipp 4: Totholzhaufen

Die Möglichkeit, ohne großen Aufwand Lebensräume und Jagdreviere für Igel, Käfer, Spinnen, Kröten, Singvö­gel und Spitzmäuse in unseren Gärten zu schaffen, ist verlockend: Einfache Reisig- oder Totholzhaufen sind unsere unwiderstehliche Einladung an diese gern gesehenen Nützlinge. Material dafür ha­ben wir genug, denn nach dem Schnitt un­se­rer Bäume und Sträucher wissen wir oft gar nicht, wohin mit dem vielen Schnitt­gut.

Passend für unsere Region sich natürlich alte Weinstöcke!

Tipp 5: Benjeshecken

Zwischen in den Boden getriebenen Pflöcken, in unserem Fall sind es abgeschnittene Weiden, wird ein Wall von Schnittgut angehäuft. Eine dekorative Art der Schnittentsorgung, denn die so errichtete Benjeshecke ist ein interessanter Blickfang. Im Gar­ten kann schon ein kurzer „Streckenabschnitt“ hilfreich sein, um zum Beispiel einen weniger an­sehn­li­chen Gartenbereich dahinter verschwinden zu lassen oder einen Sichtschutz zu schaffen. 

Beliebt als Wippe bei unseren Sperlingen! 

Tipp 6: Steinpyramide

Eine Steinpyramide setzt nicht nur tolle, gestalterische Akzente, sondern bringt im Naturgarten weiteren, vielfältigen Nutzen. So nutzen sie beispielsweise Vögel als Sitzplatz und Insekten finden in ihr Unterschlupf.

Je nach Größe bietet sie auch Reptilien, Lurchen und Kleinsäugern Schutz. Während im südlichen Bereich wärmeliebende Pflanzen beste Bedingungen finden, spendet der Nordbereich in heißen Sommern kühlen Schatten.

Tipp 7: Blühwiese

Es gibt viele gute Gründe, die für das Anlegen einer Wildwiese sprechen: Nicht nur, dass ein solch blühender Teppich ein überaus erfreulicher Anblick ist, diese Wiese bietet zudem zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen ökologischen Schutzraum. Naturbelassene Wildblumenwiesen sind in unserer industriellen Agrarlandschaft extrem selten geworden – und daher für die heimische Flora und Fauna umso wichtiger.

Sie möchten es erst mal im Kleinen ausprobieren? Dann nehmen Sie einen Spaten, stechen Ihren Rasen auf einer kleinen Fläche aus, vielleicht einen Kreis in der Mitte oder am Rand, Hauptsache sonnig. Sie entfernen die komplette Grasnarbe mit allen Wurzeln und streuen ein Erd-Sandgemisch in das Loch. Sand deshalb, weil die meisten Wildblumen einen trockenen und nährstoffarmen Boden lieben. Säen Sie eine Wildblumenmischung aus und erfreuen Sie sich an den ersten Blüten und ihren Besuchern. Sollten Sie auf den Geschmack gekommen sein, dann verwandeln Sie Ihren Rasen genau nach diesem Schema Stück für Stück in eine Blumenwiese. Am Anfang regelmäßig gießen.

Tipp 8: Reisighaufen

Ein Reisighaufen zählt mehr oder weniger zur „Grundausstattung“ eines Naturgartens. Er ist einfach anzulegen und bietet sehr vielen Tieren Unterschlupf und gute Lebensbedingungen. 

Das Einzige, was du brauchst, um einen Reisighaufen anzulegen, ist – je nach Größe des angestrebten Reisighaufens – reichlich Baumschnitt. Neben der Tatsache, dass du Tieren in deinem Garten damit etwas Gutes tust, hat ein Reisighaufen einen weiteren Vorteil: Da der Haufen durch die Verrottung der Äste mit der Zeit einsackt, kannst du regelmäßig dein anfallendes Schnittgut auf dem Reisighaufen entsorgen und dir dadurch den Einsatz eines Häckslers sparen. 

Brennnesseln bringen Schmetterlinge in den Garten Die Brennnessel ist eine wichtige Futterpflanze für die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten. Für den Kleinen Fuchs ist sie besonders wichtig, denn er frisst nur Brennnesselblätter.

Tipp 9: Magerbeet

Ein Magerbeet ist immer beliebt bei Käfern und Pflanzen!

Schritt 1:
Grasnarbe abstechen, Form mit Steinen begrenzen, Bauschutt und alte Ziegel gegen den Nässestau einfüllen.

Schritt 2:
mit Sand verfüllen

Schritt 3: Nächster Schritt – magere Erde!

Schritt 4:
Möglichst heimisch bepflanzen! Geeignet sind Sedum, Johanniskraut, Kartäusernelke, Hauswurz, Ehrenpreis.

Tipp 10: Teich

Die Größe von Naturteichen richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Platz im Garten. Bereits kleine flache Becken können als Naturteich (Biotop) gestaltet werden. Die Form ist frei gestaltbar, aber auf die verschiedenen Zonen des Teichs sollte beim Aushub geachtet werden. Die Uferrandzone, die auch zu einer breiteren Sumpfzone ausgebaut werden kann, die daran anschließende Flachwasserzone, in der Teichmitte die Tiefenzone. Mit Teichfolie auslegen, mit Steinen und Totholz umranden.

Ist der Teich erst einmal gebaut und bepflanzt, wird es nicht lange dauern bis die ersten Bewohner im und am Teich anzutreffen sind. Nach dem letzten Frost und abhängig von der Umgebung, sind Molche die ersten, die den neuen Teich besiedeln. 

Unser Teich hat etwa die Größe von 1 x 2 m

Autorin:
Doris Geiger ist Vorstandssprecherin unseres Volkacher Ortsverbands. Sie ist leidenschaftliche Naturfreundin und hat diese Ideen in ihrem eigenen Garten umgesetzt. Gerne kannst du Doris bei Fragen direkt kontaktieren!
Telefon: 09381-716631, d.geiger@gruene-volkach.de

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